Als freiberuflicher Webdesigner stehe ich oft vor der Herausforderung, potenziellen Kunden zu erklären, warum professionelle Websites oder Homepages so viel oder so wenig kosten, wie sie kosten. Ein Großteil der Kunden kann meine Preise nachvollziehen, da sie verstehen, dass gute Arbeit ihren Preis hat. Andere haben die Illusion, dass hochwertige Websites mit minimalem finanziellen Aufwand realisiert werden können. Aber wie viel kostet es tatsächlich, eine professionelle Homepage erstellen zu lassen?
Qualitätsunterschiede bei Webseiten entscheiden über Preise
Ich vergleiche gerne die Erstellung von Webseiten mit Autokäufen: Man kann ein luxuriöses Auto mit allen Annehmlichkeiten und einer guten Altervorsorge kaufen. Mit einem mittelklasse Auto hat man immer noch eine vernünftige Investition. Kauft man jedoch ein Billig-Auto, verschwendet man am Ende nur Geld.
Ähnlich ist es mit Websites: Professionell gestaltete Webseiten sind nachhaltig, optimiert und durchdacht. Der Kunde bekommt das, was er will. Websites aus dem Baukasten sind oft standardisiert und lassen somit weniger Individualität zu. Optimierung ist schwierig zu erreichen, auch wenn die Werbung behauptet, dass Baukasten-Websites zum Beispiel für Google optimiert sind. Tatsächlich ist das nicht so, wie Kunden es erwarten.
Günstige Anbieter von Websites sind auch keine Lösung: Wer mit Dumping-Preisen wirbt, braucht entweder kein Geld mehr oder sucht Kunden um jeden Preis. Der Kunde zahlt am Ende den Preis, da bei sehr niedrigen Preisen keine professionelle Website zu erwarten ist.
Was kosten WordPress-Webseiten?
In der untenstehenden Infografik habe ich versucht, den groben Ablauf eines einfachen WordPress-Projekts anhand meiner Erfahrung zu skizzieren. Der Endpreis hängt natürlich vom Stundenlohn des Webentwicklers oder Webdesigners ab. Dies kann zwischen 20€ und 100€ liegen. Neue Anbieter auf dem Markt haben oft niedrigere Preise, da sie noch nicht viele Kundenanfragen haben.
Erfahrene Profis setzen ihren Preis höher an, da ihre Auslastung in der Regel mehr als ausreichend ist und weil Spezialisten Webseiten in der Regel auch deutlich schneller entwickeln können. Darüber hinaus legen professionelle Webdesigner Wert auf Feinheiten wie Sicherheit und Leistung. Der Kunde zahlt also für die Erfahrung, die in mühsamer Arbeit über Jahre hinweg aufgebaut wurde.

Achtung: Die Stunden, die hier aufgeführt sind, dienen als repräsentatives Beispiel für viele einfache Webseitenanfragen, die ich persönlich erhalte. Nicht jede Webseite hat einen solch geringen Umfang (ca. 10 Inhaltsseiten). Designs können nicht immer innerhalb von 5 Stunden erstellt werden und basieren in diesem Fall möglicherweise auf einem vorhandenen Theme. Bitte nehmen Sie diese Angaben also nicht zu genau.
Externe Kosten wie beispielsweise für SEO-Agenturen, die möglicherweise bei der Erstellung der Webseite unterstützen, oder für Texter, die für den richtigen Inhalt sorgen sollen, sind hier nicht aufgeführt und müssen extra kalkuliert werden. Auch Stunden auf Seiten des Auftraggebers sind nicht inbegriffen, die in den allermeisten Fällen natürlich zur Erstellung der Homepage beitragen müssen, indem sie Informationen und Inhalte für den Webdesigner bereitstellen.
Um den Preis für eine Webseite zu berechnen, multiplizieren Sie einfach die Anzahl der Stunden mit dem Stundensatz eines Webentwicklers:
| Stundensatz | Stundenzahl | Kosten |
| 60€ | 15 | 900€ |
| 80€ | 15 | 1200€ |
| 100€ | 15 | 1500€ |
Es gibt Webentwickler auf Auktions-Plattformen wie Freelancermap, myHammer oder Projektwerk, die ihre Dienste für 20-30€ anbieten. Aber Sie sollten sich fragen, warum sie so billig sind und wie sie ihren Lebensunterhalt damit verdienen können. Möglicherweise haben Sie Glück und finden einen guten Anbieter zu einem niedrigen Preis, aber es besteht auch das Risiko, dass Sie später einen Profi beauftragen müssen, um Fehler in Struktur, Suchmaschinenoptimierung und Sicherheit zu beheben. Wenn Sie am Ende eine Webseite haben möchten, die optisch ansprechend ist, schnell lädt und benutzerfreundlich ist, sollten Sie in einen Profi investieren und den gerechtfertigten Preis dafür bezahlen, um das Risiko zu minimieren.
Denken Sie daran, die Ausgaben für die Wartung und das Webhosting zu berücksichtigen
Eine regelmäßige Wartung der Webseite ist unerlässlich. Im Gegensatz zu früher werden heute selten statische Webseiten erstellt, die keine Updates benötigen und sich kaum verändern. Stattdessen werden oft Content-Management-Systeme wie WordPress eingesetzt, die regelmäßig von ihren Entwicklern aktualisiert werden. Um sicherzustellen, dass die Webseite auf dem neuesten Stand bleibt, ist es wichtig, dass mindestens einmal im Monat ein Update der Plugins, des Themes und von WordPress selbst durchgeführt wird, um die neuesten Funktionen zu nutzen, die Kompatibilität mit Plugins und Themes sicherzustellen und potenzielle Sicherheitslücken zu schließen. Viele Website-Betreiber scheuen jedoch diese Arbeit und haben entweder eine veraltete und angreifbare Webseite oder zahlen einen Fachmann dafür.
Die Kosten für die Wartung können mehrere hundert Euro bis mehrere tausend Euro betragen, je nachdem, was und wie oft gewartet werden soll. Ein täglicher Service ist natürlich teurer als ein monatlicher Update-Lauf.
Ich biete meinen WordPress-Kunden einen jährlichen Wartungsvertrag für 1000 € an, der die Aktualisierung der Website und die Überprüfung auf Sicherheitsprobleme beinhaltet. Meiner Einschätzung nach liegen meine Preise im Vergleich zu anderen Anbietern auf ähnlichem Niveau. Daher sollte ein gewisser Betrag für die Wartung im Webseitenbudget eingeplant werden, sofern die Wartung nicht intern durchgeführt werden kann.
Darüber hinaus sollten auch die laufenden Kosten für das Webhosting berücksichtigt werden. Je nach Größe der Webseite sollten mindestens 10 € pro Monat eingeplant werden. Günstige Anbieter sind nicht zu empfehlen.
